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Am Anfang einer ungewöhnlichen Karriere stehen ein Schwein und Beethoven.

Zoran Imširović, 1979 in Bosnien-Herzegowina geboren, wuchs in den Wirren des jugoslawischen Bürgerkriegs auf. Getrennt von seinen Eltern, verbrachte er seine Jugend bei einer Bauernfamilie in der Nähe der ostserbischen Stadt Niš. Beethovens Fünfte Symphonie, die der damals 14-Jährige zufällig im Staatsfernsehen hörte, weckte seine Begeisterung für klassische Musik. Er setzte alles daran, ein Klavier zu bekommen und übte in jeder freien Minute. Nur kurze Zeit später kam ein Mitglied des Symphonieorchesters Niš auf den Bauernhof, um ein Schwein zu kaufen. Er hörte den jungen Zoran spielen, erkannte sein Talent und empfahl ihn kurzerhand an die namhaften Professorinnen Svetlana Korunović aus Niš und Lili Petrović aus Belgrad (eine Schülerin der legendären Pianisten Alfred Cortot und Lazar Levy am Pariser Konservatorium). Beide Grand Dames der osteuropäischen Konzertwelt buhlten geradezu um das junge Talent. Schließlich zog Zoran nach Belgrad, um dort Privatunterricht zu nehmen und Meisterkurse zu besuchen. Nach nur vier Jahren wechselte er zum Münchner Richard- Strauss Konservatorium, wo er bei den Pianisten Vadim Suchanov und Michael Leslie Musik studierte. Sein Können perfektionierte er in der Folge durch Meisterkurse und Sommerschulen bei zahlreichen namhaften Pianistinnen und Pianisten: Innerhalb kurzer Zeit gewann er mehrere internationale Wettbewerbe, darunter den Jugoslawischen Klavierwettbewerb sowie die Republikwettbewerbe von Serbien und Montenegro. Die Serbische Akademie der Wissenschaften und Künste würdigte seinen ersten Auftritt in Belgrad als das beste Konzert der Saison 2007. So lobt die serbische Dnevnik „sein Gespür für das Spezifische, seine große Kraft und elektrisierende Spannung”, die Belgrader Politika sieht in ihm „einen der begabtesten Künstler seit langer Zeit!“. Komponisten der deutschen Romantik wie Franz Liszt, Robert Schumann, Franz Schubert und Johannes Brahms sowie Werke zeitgenössischer Komponisten aus seinem Heimatland bilden einen Schwerpunkt seines Repertoires. Auf der Suche nach neuen zeitgemäßen Darbietungen und Ausdrucksformen, jenseits des traditionellen Klavierabends, begeistert Imširović zunehmend auch junges Publikum, etwa im renommierten Münchner Club Bob Beaman oder beim Musikprojekt „Steve Reich: Music for six pianos“ im Glaspalast, der Augsburger Tochtergalerie der Pinakothek der Moderne München.
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